Die Geschichte Alaskas

Vitus Bering - Entdecker
Vitus Bering - Entdecker Alaska

Der größte US-Bundesstaat kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken, denn er war das erste Gebiet des amerikanischen Kontinents, auf dem sich Menschen ansiedelten. Bereits vor 16.000 bis 12.000 Jahren erreichten die ersten aus Sibirien stammenden Nomaden das Gebiet des heutigen Alaskas über die Beringia. Diese Landbrücke verband Asien und Nordamerika, jedoch existiert sie heute nicht mehr. Nach dem Ende der Eiszeit, wodurch sich der Meeresspiegel hob, wurde der amerikanische Kontinent schließlich vom asiatischen Kontinent durch die uns bekannte Beringstraße getrennt.

Vermutet wird, dass der Russe Semjon Iwanowitsch Deschnjow der erste Europäer war, der Alaska im Jahr 1648 entdeckte, in dem er die Tschuktschen-Halbinsel mit dem Schiff umfuhr. Auf diese Weise wiederlegte er die These, dass die beiden riesigen Kontinente zusammenhängen.1728 beauftragte der russische Zar schließlich den Dänen Vitus Bering mit einer Erkundungstour, doch Bering scheiterte und erreichte Alaska nicht. 1741 startet Bering mit zwei Schiffen eine weitere Alaskaexpedition, die sogenannten "Zweite Kamtschatexpedition". Zwar trennten sich die beiden Schiffe durch ein Unwetter, dennoch gelang es der Expedition, Alaska zu erreichen. Bering selbst verstarb auf der Rückfahrt auf der nach ihm benannten Insel.

Alaska - Historische Karte

Ab 1745 kamen schließlich die Russen nach Alaska, die aufgrund der wertvollen Pelze auf der Jagd nach Seeottern waren. Auch in den darauffolgenden Jahren kamen immer mehr Russen und mit ihnen die feindlichen Übergriffe. Zuhauf gab es schwere Auseinandersetzungen zwischen den ansässigen Koniag-Eskimo und den russischen Kolonisten. Hunderte Verwundete und Getötete waren die Bilanz dieser russischen Expansion, die schon bald der Hauptumschlagsplatz für die kostbaren Pelze in der Stadt Kodiak wurde. Doch das Glück und der Erfolg schienen nur von kurzer Dauer, denn bald schon stellten sich Großbritannien und Spanien der russischen Großmacht entgegen, da auch sie Ansprüche auf diesen Abschnitt der Pazifikküste stellten. Allerdings verlor Spanien schon einige Zeit später sämtliche Ansprüche an Alaska, sodass Russland nur mit Großbritannien zu verhandeln hatte.

Bald schon musste aber auch Russland einsehen, dass Alaska als einzige Übersee-Kolonie der aufstrebenden russischen Weltmacht nicht so rentabel war, wie anfangs vermutet, denn die Seeotter waren nahezu ausgerottet und somit stand auch das Hauptgeschäft mit dem Pelzhandel vor dem Ruin. Schließlich sah Russland keinen anderen Ausweg, als seine Kolonie Alaska für 7,2 Millionen Dollar an die USA bzw. dessen Vertreter, dem amerikanischen Außenminister Seward, zu verkaufen. Als "Alaska Purchase" ging diese Handlung als einer der günstigsten - um nicht zu sagen billigsten - Landkäufe in die Geschichte ein. Hohn und Spott folgten, weshalb man Alaska bald als "Sewards Ice Box" betitelte. Doch zu diesem Zeitpunkt wusste noch keiner, welche Schatzkiste die USA mit der angeblichen "Eistruhe" Alaska eigentlich erworben hatten.

Rohöl-Raffinerie
Rohöl-Raffinerie Alaska

Einige Jahre wurde es ruhig um das nördlichste Land der USA, bis 1898 schließlich der Klondike Goldrausch ausbrach. Relativ spät, im Jahr 1959, wurde Alaska als 49. Bundesstaat in die Vereinigten Staaten von Amerika aufgenommen. Fast zehn Jahre danach, dann das nächste Aufsehen: bei Prudhoe Bay, an der Polarmeerküste, entdeckte man immense Erdölfelder, die Alaska vor allem heute einen wichtigen Stellenwert in der amerikanischen Wirtschaft eingebracht haben.